Start Zivilrecht für Private Unterhaltsrecht

Unterhaltsrecht

Ob Kinder, Eltern, getrennt lebende oder geschiedene Ehegatten - die Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen gestaltet sich nicht selten schwierig. Denn der Zahlungsverpflichtet kommt seiner Verantwortung oftmals nicht freiwillig nach.


Unterhaltsanspruch getrennt Lebender
Sofern Sie sich von Ihrem Ehegatten getrennt haben, haben Sie gegebenenfalls Anspruch auf so genannten Trennungsunterhalt. Das ist der Unterhalt, der Ihnen bis zu einer rechtskräftigen Scheidung zusteht. Er unterscheidet sich in der Höhe nicht vom nachehelichen Unterhalt, kann aber im unterschied zu diesem nicht durch Ehevertrag ausgeschlossen werden. Der Trennungsunterhalt steht Ihnen demnach auch dann zu, wenn Sie mit Ihrem Ehepartner Gütertrennung vereinbart haben sollten!

Unterhaltsanspruch gegenüber gradlinig Verwandten
Sofern Sie vermögenslos sind, keine Einkünfte haben und unterhaltsbedürftig sind, müssen Ihnen gradlinig Verwandte, sprich aufsteigend also Eltern und Großeltern aber absteigend auch Kinder und Enkelkinder Unterhalt bezahlen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass dem Unterhaltspflichtigen eine bestimmte Grenze des Selbstbehalts zusteht. Diese Grenze wird je nach Unterhaltsberechtigtem unterschiedlich gezogen.

Wenn sich das Sozialamt bei Ihnen meldet - Kinder zahlen für Ihre Eltern...
Der Selbstbehalt liegt, wenn man gegenüber Eltern unterhaltsverpflichtet ist, deutlich höher als bei einer Unterhaltsverpflichtung gegenüber Kindern. Bestehen zudem Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Kindern, sind diese ebenfalls zu berücksichtigen, wenn die Eltern Ansprüche geltend machen. Dies ist insbesondere zu beachten, wenn das Sozialamt Ihnen gegenübertritt und Sie in Anspruch nehmen will, weil beispielsweise ein Elternteil pflegebedürftig ist, jedoch die Rente nicht ausreicht, um einen Platz im Pflegeheim zu finanzieren.

Zu beachten ist zudem, dass Kinder auch ihr Vermögen einsetzen müssen, um bedürftige Eltern zu unterstützen. Jedoch besteht ein Anspruch auf Behalt des so genannten Schonvermögens. Diese wird unterschiedlich berechnet. Je nachdem, ob Sie Immobilien besitzen oder in einer Mietwohnung leben.