Start Zivilrecht für Private Schadensersatz

Schadensersatz

Wer eine Pflicht verletzt und einem anderen hierdurch einen Schaden zufügt, muss dafür aufkommen. Voraussetzung ist, dass er die Pflichtverletzung zu verantworten hat. Hier gibt es die verschiedensten Fallkonstellationen. Beispielhaft seien die Nachfolgenden genannt:

Eltern haften für Ihre Kinder? - Keineswegs - Jeder haftet für sich!
Und doch liest man diesen Satz an fast jeder Baustelle. Doch tatsächlich ist es so, dass Kinder für sich selbst haften. Wenn Ihnen allerdings das nötige Verantwortungsbewußtsein fehlt oder weniger als sieben Jahre alt sind, dann haften sie nicht. Eltern haften nur dann, wenn Sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Dabei ist zu beachten, dass Kinder nicht rund um die Uhr von ihren Eltern im Auge behalten werden müssen. Dies wäre schlicht zu viel verlangt. Und so haften Eltern, die ihre Kinder draußen spielen lassen eben nicht wie selbstverständlich, wenn diese das "Betreten verboten" -Schild an der Baustelle ignorieren.

Missachtung von Verkehrssicherungspflichten
Wer vorsätzlich oder fahrlässig Verkehrssicherungspflichten missachtet, hat Schadensersatz zu leisten, wenn etwas passiert. Dies hat zur Folge, dass Personen, die einen gefährlichen Ort zu kontrollieren haben, diesen so absichern müssen, dass keine Schäden entstehen können.

Ein trauriges Beispiel für ein missglücktes Unterfangen ist die Loveparade 2010 in Duisburg. Es war als Großereignis geplant, doch das Areal war für die tatsächlich zu erwartenden Teilnehmer zu klein. Hinzu kam, dass Zu- und Abfahrtsstraßen unzureichend vorhanden waren. Dass trotzdem immer noch mehr Besucher auf die Loveparade gelangten, obwohl das Gelände bereits völlig überfüllt war, hätte von den Behörden verhindert werden müssen. Diese haben damit Ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt. Sie sind Schadensersatzpflichtig!

Gleiches gilt für den Unterhalter einer Baustelle. Der hat dafür zu sorgen, dass Unbefugte nicht ohne Weiteres die Baustelle betreten können, keine Maschinen offen und unbeaufsichtigt herumliegen und Erdlöcher so abgesperrt werden, dass niemand sie übersehen kann. Dass Aufstellen eines Schildes ist nicht genug. Demgemäß sind Hinweise wie "Vorsicht Dacharbeiten" vollkommen unzureichend. Fällt im Zuge der Dacharbeiten ein Ziegel hinunter und verletzt sich deshalb ein Passant, muss der Dachdecker und womöglich auch der Hauseigentümer für den Schaden einstehen. Richtig wäre es in einem solchen Fall gewesen, die Straße abzusperren und einen Hinweis zu erteilen, dass die gegenüberliegende Straßenseite zu benutzen ist.